Chronik

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Am 12. Januar 1902 wurde bei Kaspar Kissel unser Gesangverein unter dem Namen „Freier Männergesangverein Vorwärts“ gegründet. wählten damals einstimmig Andreas Grabler zum 1. Vorsitzenden und Justus Stuhlfauth zum 2. Vorsitzenden. Der erste Chorleiter war Kapellmeister und Tanzlehrer Georg Gass, der den Chor bis 1921 führte. Im Jahre 1903 erfolgte der Beitritt in den Pfälzischen Arbeiter-Sänger-Bund. Zwei Jahre später fand die 1. Fahnenweihe statt. Infolge des  1. Weltkrieges von 1914 – 1918 ruhte der aktive Singbetrieb. 1919 begannen wieder die ersten regelmäßigen Singstunden und bis 1922 war der Chor auf 110 aktive Sänger angewachsen.

Am 16. August 1922 wurde bei Johann Loewer der Arbeiter-Frauen- und Mädchenchor „Frohsinn“ gegründet. Bei der Gründungsversammlung waren 80 Mädchen und Frauen anwesend, die Rosa Spörri zu ihrer 1. Vorsitzenden wählten. 1923 bildeten beide Vereine eine Arbeitsgemeinschaft, die 1926 zum Zusammenschluss unter dem Namen „Volkschor“ führte. Im gleichen Jahr wurde das große Chorwerk „Arbeiterleben“ aufgeführt. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte des Volkschors brachte das Jahr 1931 mit der Aufführung von „Schillers Glocke“. 1933 erfolgte dieZwangsauflösung des Vereins durch die Machthaber des 3. Reiches.

Mit der Genehmigung der französischen Militärregierung eröffnete Sangesfreund Fritz Ohler am 25.05.1949 die Gründungsversammlung im Saal der alten Brauerei Loewer. 43 Personen erklärten ihren Beitritt und wählten Fritz Ohler zu ihrem Vorsitzenden. Anschließend erfolgte der Beitritt in den „Deutschen Allgemeinen Sängerbund“. Jakob Löchner, langjähriger treuer Sänger, stiftete eine Fahnenschleife vom alten Volkschor, die er 13 Jahre lang vor den Nazis verborgen hielt. Eine 2. Fahnenweihe fand 1953 zum 50-jährigen Stiftungsfest statt. Unter der Leitung von Frau Elisabeth Hauck (von 1957- 1969 erste und bisher einzige weibliche Vorsitzende) und dem 2. Vorsitzenden Fritz Henkes, der leider sehr früh verstarb, wurde in mühseliger Eigenarbeit, dank vielen ehrenamtlichen Helfern, ein großes Werk am Sägmühlweg 96 erschaffen, das „Sängerheim“. Das Gelände war im Erbbaurecht von der Gemeinde Haßloch überlassen worden. Nach dreijähriger Bauzeit wurde es im Frühjahr 1964 in einem feierlichen Festakt vom Bundesvorsitzenden des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes, Herrn Heinrich NöII, eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben. Erster Hausherr der Gaststätte war der langjährige Chorleiter des Kinderchors „Helmut Gass“ mit seiner Familie.

1975 wurde in Eigenleistung die Gartenanlage erstellt, die seitdem Schauplatz vieler Freiluftveranstaltungen ist.Höhepunkt des 75-jährigen Jubiläums waren 1977 ein Jubiläumskonzert und ein Freundschaftssingen. 1979 nahm der Chor am Städtesingen des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes in Mainz teil. Mit Herbstkonzerten in 1980 und 1981 festigte der Chor sein Resümee in Haßloch. 1983, 1986 und 1989 war der Volks-chor Ausrichter der Landes-Chortage des Deutschen Allgemeinen Sängerbundes. Am 4. Mai 1987 wurde mit dem Bau der neuen Sängerhalle begonnen, die nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht und in 1991 endgültig fertiggestellt wurde. An der Einweihung nahmen Chorfreunde aus dem niederländischen Brunssum teil, die mit ihrem Gesangverein „Aurora“ erstmals in Haßloch weilten. Im Mai 1991 unternahm der Volkschor seine erste große Konzertreise ins Ausland und besuchte die Chorfreunde in den Niederlanden. Ein gemeinsames Konzert, sowie ein Auftritt in der Kathedrale zu Maastricht waren Höhepunkte dieser Reise.

1991 wurde auch der Kinder- und Jugendchor „Rotkehlchen“ gegründet, der aus der seit vielen Jahren bestehenden Jugend-Sing- und Spielgruppe seinen Ursprung hatte. Die Patenschaft übernahm der 1. Beigeordnete der Gemeinde Haßloch, Herr Jürgen Hurrle. Das Gründungskonzert fand mit 20 Jugendlichen im Hof des Ältesten Hauses statt.Die Rotkehlchen nahmen im Mai 2000 beim Bundesjugendchorfestival in Bremen teil.

1995 nahm der gemischte Chor am Europäischen Chor- und Musik-festival der IDOCO (Internationale des Organisations culturelles ouvrieres) in Bern/Schweiz teil und errang beim Wertungssingen eine bronzene Medaille für gemischte Chöre.

Im Jahr 1997 wurden drei Jubiläen gleichzeitig mit der Durchführung der Rheinland-Pfälzischen Chortage in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums gefeiert und zwar, 50 Jahre Deutscher Allgemeiner Sängerbund, 50 Jahre Rheinland-Pfalz und 95 Jahre Volkschor e. V. Haßloch. Im Juli 1999 besuchte uns der Kinderchor lpsach/Schweiz und nahm aktiv mit den Rotkehlchen am Sommerfest teil. Im Juni 2000 nahm der gemischte Chor erfolgreich am IDOCO-Chorfest in Aalborg/Dänemark teil. Im gleichen Jahr besuchten die Rotkehlchen den befreundeten Kinderchor lpsach/Schweiz und hatten dort gemeinsam einige vielversprechende Auftritte. Ansonsten nahmen die Chorgruppen an verschiedenen Freundschafts- und Jubiläumsveranstaltungen von befreundeten Chören teil. Außerdem wurden in regelmäßigen Abständen Konzert- und Matineeveranstaltungen in der Aula des Gymnasiums, im Hof des Ältesten Hauses bzw. im Theodor-Friedrich-Haus durchgeführt. Seit 1993 Teilnahme beim Haßlocher Weihnachtsmarkt als Beschicker und in der Programmausgestaltung mit den Chören.

Anfang 2001 wurden in knapp vier Monaten für die Generalsanierung des Sängerheims weit über 3 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden erbracht. In der ersten Aprilwoche des Jahres 2002 wurden in 242 ehrenamtlichen Arbeitsstunden der gesamte Abwasserkanal erneuert und die Pflasterung der Gartenanlage saniert.    Seit 1970 hat Herr Helmut Defren das Amt des 1. Vorsitzenden inne.    Der gemischte Chor zählt zur Zeit 35 aktive Sängerinnen und Sänger. Die Rotkehlchen bestehen aus 24 Mädchen und Jungen, wovon acht Jugendliche die Gruppe „Youngsters“ bilden. Alle drei Chorgruppen werden seit 1989 von der Pädagogin Frau Christine Brand geleitet. In regelmäßigen Abständen finden Chorschulungen und Chorfreizeiten für alle Chorgruppen statt. Mit Ausflügen, Studien, Chor- und Erlebnisfahrten, Familien, Grill- und Sommerfesten, Radwanderungen und Schlachtfesten wird außerdem die gesellige Gemeinschaft gefestigt. Mit modernem Liedgut, Gospels, Musicals sowie nationalen und internationalen Volksliedem wollen wir neue Mitglieder für unsere Chorgruppen begeistern und in der Öffentlichkeit werben. Die Chorproben finden regelmäßig in der Sängerhalle, Sägmühlweg 96, statt:

2002 Feier des 100-jährigen Jubiläums mit verschiedenen Festveranstaltungen. Als Höhepunkt Festkonzert in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums

2004 Ausrichter des Landeschortages des Rheinland-Pfälzischen-Chorverbandes.

2009 Generalsanierung der Aussenfassade von Sängerheim und Sängerhalle. Im September Gründung des „Projektchors“ (42 Chormitglieder) mit der Zielsetzung: Teilnahme am Chorwettbewerb des Internationalen Chor- und Musikfestes der IDOCO in Goslar (Mai 2010) in der Kategorie „ Rock, Pop, Musical“. Im November wurde die Gaststätte „ Zum Sängerheim“ von der Familie Piccoli übernommen und wird seit diesem Zeitpunkt unter dem Namen „Mareblu“ hervorragend geführt.

2010 Im Mai nehmen Projektchor und Gemischter Chor als einzige Chöre des Rheinland-Pfälzischen-Chorverbandes am 16. Internationalen Chorfest der IDOCO in Goslar teil, an dem außerdem 55 Chöre mit ca. 1600 Chormitgliedern aus insgesamt 8 verschiedenen europäischen Ländern teilnehmen.